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Dienstag, 20. Juni 2017

Frage-Freitag: Nadine Mutas




Liebe Nadine, stelle dich doch bitte kurz vor:
Ich bin gebürtige Deutsche, die seit Jahren verpflanzt in den USA lebt mitsamt Mann, Dämonensprössling und zwei schwarzen Katzen. Ich schreibe Paranormal Romance über sündhaft sinnliche Helden und die cleveren Heldinnen, die ihnen das Herz stehlen. Mein Debütroman Dämonische Verführung erschien zuerst 2015 auf Englisch unter dem Titel Blood, Pain, and Pleasure, war nominiert für zahlreiche Auszeichnungen der Romance Writers of America, und gewann einige Preise für herausragende literarische Leistung im Genre Liebesromane. Wenn ich nicht gerade fleißig am Schreiben/Übersetzen des nächsten Romans bin, findet man mich mit der Nase in einem Buch oder meinem kleinen Daemonicus hinterher rennend. Ihr könnt mich auf Facebook stalken, auf Pinterest meinen Boards zu meinen Büchern folgen und euch für meinen Newsletter eintragen ,um immer auf dem neuesten Stand zu sein, was meine Veröffentlichungen angeht.



Wie bist du zum Schreiben gekommen?
Geschichten hab ich mir schon immer gern ausgedacht und erzählt, noch bevor ich überhaupt schreiben konnte. Als meine Oma mir eine Schreibmaschine (nicht Computer – ha! So alt bin ich schon …) schenkte, war mir klar, dass ich Schriftstellerin werden will. Naja, damals war ich 8, und zwischenzeitlich ist dann einiges passiert, was mich erst mal lange vom Schreiben abgelenkt hat. Aber nachdem ich mit dem Studium fertig war, und meine grauen Zellen nicht mehr mit Sanskrit und Japanisch belegt waren, kam auf einmal die Kreativität zurück und ich schrieb die Geschichte auf, die da so in meinem Kopf entstand. Meine beste Freundin hat die erste Szene gelesen und mich dann dermaßen gepusht, dass ich weiter schreibe, dass ich nicht anders konnte, als das fertigzustellen. Diese Geschichte liegt zwar (im Moment noch) in der Schublade, aber das Buch, das ich danach schrieb, ist mein Debütroman geworden. Ich habe mich hier stark mit den Romance Writers of America vernetzt und unglaublich viel über das Handwerk gelernt, und nach ganz viel Polieren und Vorbereiten hab ich diese Geschichte dann 2015 veröffentlicht.

Wie kommen Dir die Ideen zu Deinen Büchern? 
Manchmal durch Träume, manchmal durch Bücher, die ich lese, oder Filme/Serien, die ich gucke. Das kann manchmal ein kleines Detail sein, das bei mir einen Funken schlägt, und dann nimmt das oft ein Eigenleben an und wächst zu etwas ganz Anderem, Neuem heran. Die besten Ideen entwickeln sich, wenn ich der Frage “Was wäre, wenn …?” folge. Und bei mir geht es meistens von einer interessanten Ausgangssituation aus. Bei meinem ersten Roman war es die Grundidee: “Ein Monster entfesseln, um ein Monster zu fangen.” Was wäre, wenn eine Hexe sich mit ihrem Feind (einem Dämon) zusammentun muss, um ihre Schwester zu retten? Beim zweiten Band war es die Frage: Was wäre, wenn du in genau das verwandelt wirst, was du dein Leben lang gejagt hast, und du damit selbst zur Gejagten wirst? Der Rest entwickelt sich dann immer aus den Charakteren, und wie sie jeweils mit dieser Situation umgehen. Der Konflikt, und die Lösung, müssen sich auf natürliche Weise aus dem ergeben, wer die Charaktere sind, und welche Mittel sie zur Hand haben. Es macht unglaublich Spaß, diese Reise mit den Charakteren anzutreten und die Figuren während des Schreibens näher kennenzulernen. Ich weiß nämlich nicht alles über die Charakter, bevor ich mit dem Schreiben anfange. Vieles ergibt sich erst während des Schreibens, und oft überraschen mich die Figuren.

Wo schreibst du am liebsten? Hast du Rituale? Ich habe ein Arbeitszimmer hier bei uns zuhause, und da schreibe ich auch am liebsten und bequemsten. Rituale habe ich nicht wirklich, ich setze mich einfach jeden Tag ran und arbeite. Mein Sohn geht unter der Woche in die Kita von 8 bis 15 Uhr, und in der Zeit muss ich das schaffen, was so auf meiner To-Do-Liste steht. Das ist dann nicht nur schreiben/übersetzen oder Korrekturen einarbeiten, sondern auch alles, was damit zu tun hat, mein Geschäft am Laufen zu halten. Ich bin Indieautorin, mache daher alles selber, und ich sehe mich auch nicht nur als Künstlerin, sondern als Ein-Frau-Unternehmen. Ich habe ein Geschäft (meine Bücher), und das muss laufen, also arbeite ich hart und kümmere mich um Marketing, Projektmanagement, Buchhaltung, Networking, Promo etc. Ich outsource bestimmte Dienstleistungen, die ich nicht selber machen kann, wie zum Beispiel Coverdesign oder Editing, aber davon abgesehen kümmere ich mich um fast alles andere selbst. Da ist es dann manchmal schwierig, eine Balance zwischen kreativem Teil (schreiben/übersetzen) und administrativem Teil (alles geschäftliche) zu finden.

Erzähle uns bitte  ein bisschen von deinen Büchern.
In meinem Debütroman, Dämonische Verführung, kämpft die junge Hexe Merle darum, ihre von einem Dämon entführte Schwester zu retten, und in ihrer Verzweiflung wendet sie sich an die einzige Person, die ihr jetzt noch helfen kann – ein Dämon derselben Spezies wie derjenige, der ihre Schwester geraubt hat. Merle und Rhun sind eigentlich Feinde, und sie beginnen ihre gemeinsame Geschichte auch mit Agendas, die sich diametral gegenüberstehen. Sie wollen jeweils den anderen benutzen, um ihr eigenes Ziel zu erreichen, aber keiner von beiden rechnet dabei mit den höchst ungebetenen Gefühlen, die sie bald füreinander entwickeln. Merle muss bald schon ihre Vorurteile Dämonen gegenüber über Bord werfen, und Rhun muss erkennen, dass er an die einzige Person geraten ist, die tatsächlich an das Gute in ihm glaubt.

Im zweiten Band ist es Merles beste Freundin Lily, die an ihre eigenen Grenzen gerät und für sich neu definieren muss, was Gut und was Böse ist, nachdem sie durch Schwarze Magie in eine Dämonin verwandelt wird – und ihr prompt von einem unwiderstehlich leckeren Dämon der Hof gemacht wird.

Alle meine Bücher befassen sich im Kern mit der Frage, wie wir “das Böse” definieren, und setzen sich auch mit Etiketten und Schubladen auseinander, in die wir nur zu gern Leute stecken. Familie – die blutsverwandte, aber auch vor allem die gewählte, erweiterte – spielt auch immer eine große Rolle, und die Beziehungen zu den Menschen, die für uns durch die Hölle gehen würden. Alles versehen mit einer großzügigen Prise Magie und ganz viel Humor und Erotik. 😉

Arbeitest du gerade an weiteren Projekten?
Immer! *lach* Im Moment bin ich gerade mit der Übersetzung des Kurzromans Dämonische Schatten fertig geworden, welcher am 16. Juni erscheint, und mache mich dann sofort an die Übersetzung des 3. Bandes To Stir a Fae’s Passion, welcher unter dem Titel Dämonische Versuchung voraussichtlich Ende Juli erscheinen wird. Danach schreibe ich dann den 4. Band auf Englisch, der so Ende Oktober herauskommen soll.


Wenn du ein Buch beginnst – kennst du das Ende dann schon oder entwickelt sich das beim Schreiben? 
Ich habe oft schon eine vage Vorstellung davon, wie ich den Konflikt am Ende löse, und manchmal habe ich sogar schon einen Teil der Höhepunktszene vor Augen. Vieles entwickelt sich dann aber noch von selbst, während ich schreibe und die nächsten Schritte plotte. Manchmal schmeiße ich dann den Plan, den ich anfangs hatte, auch komplett um, wenn die Handlung und die Charaktere das zu dem Zeitpunkt so verlangen.

Was vermisst du am meisten an Deutschland?
Manchmal ganz alltägliche, kaum benennbare Dinge wie einfach die Atmosphäre auf der Straße. Manchmal auch handfestere Sachen, die schon auch sehr politisch sein können (Stichwort Gesundheitssystem, soziale Absicherung, Solidaritätsmentalität …). Wir Deutschen meckern gerne sehr viel ;), aber wenn man eine Weile im Ausland gelebt hat, zeigt sich, dass Deutschland noch immer einen sehr hohen Lebensstandard hat. Jeder Standort hat so seine Vor- und Nachteile. Es gefallen mir an Amerika auch viele Dinge, die es so in Deutschland (noch) nicht gibt, und ich habe mich durchaus sehr an den freundlicheren Umgang der Menschen miteinander hier gewöhnt. Deutschland bleibt vom Gefühl her immer Heimat, aber ich weiß auch vieles am Leben in den USA zu schätzen.

Mein Bruder lebt schon lange in Australien und sein deutsch ist mittlerweile… grenzwertig. Fällt es dir leicht, immer sofort in die deutsche Sprache zu wechseln?
Ha! Das ist tatsächlich nicht immer so einfach. Ich habe noch den Vorteil, dass ich zuhause mit meinem Mann und Sohn Deutsch spreche und quasi nur beruflich und mit meinen Freunden hier Englisch rede – meine beste Freundin (deutsch) lebt mit ihrem englischsprachigen Mann in Großbritannien und hat es da deutlich schwerer, ihr Deutsch aktuell zu halten. Wenn meine beste Freundin und ich miteinander quatschen, schmeißen wir ganz oft einfach englische Begriffe mit rein, weil wir beide es natürlich verstehen und vor allem mit denselben sprachlichen Herausforderungen zu kämpfen haben. Wenn ich aber mit jemandem Deutsch spreche, der/die nicht so gut oder gar nicht Englisch spricht, muss ich mich echt zusammenreißen, mein Deutsch korrekt zu halten. Als ich meinen Debütroman selbst ins Deutsche übersetzt habe, hab ich anfangs auch stark damit hadern müssen, die richtigen Ausdrücke zu finden, und das Umschalten auf literarisches Deutsch war in der Tat nicht einfach. Ich musste ein paar deutsche Übersetzungen von den englischen Romanen lesen, die ich kannte, um zu recherchieren, wie man am besten welche Begriffe im Kontext eines Liebesromans übersetzt! ;)

Was liest du gerne und hast du ein Lieblingsbuch? 
Oh, gute Frage, mit Potential für eine laaaaaange Antwort. ;) Um es etwas kürzer zu halten: Mein Lieblingsgenre ist tatsächlich dasselbe, in welchem ich auch schreibe, also Paranormal Romance (ich mag den Begriff Romantasy nicht so gern, und irgendwie gibt es davon abgesehen im Deutschen noch nicht so wirklich passende Genrebezeichnungen?). Des Weiteren schaue ich auch gerne mal in die Urban Fantasy rein, und ab und zu auch mal was aus dem Bereich Erotik. Meine Lieblingsautorinnen sind Nalini Singh (ich möchte ihr Gehirn klonen, die Frau hat so eine umwerfende Fantasie!), Larissa Ione, Thea Harrison, Ilona Andrews, Darynda Jones, Sarah J. Maas, Kristen Callihan und Kit Rocha. Davon abgesehen belegt übrigens die Harry Potter-Reihe einen ganz besonderen Platz in meinem Herzen, und ich wünschte mir oft, ich könnte die Bücher noch einmal zum ersten Mal lesen.

Welche Figur aus einem Buch würdest du gerne mal treffen? 
Uff, das ist jetzt echt schwierig. Ich finde ganz viele Charaktere super toll und lese fasziniert von ihnen, bin mir aber nicht sicher, ob ich damit klarkäme, sie im echten Leben zu treffen. Einige Helden vor allem finde im Buch höchst unterhaltsam, würde denen aber in Echt nach kürzester Zeit eine klatschen. *lach*  Ich denke, ich würde mich mal gerne mit Charley Davidson (aus der Reihe von Darynda Jones) unterhalten, weil ich weiß, dass ihre Sprüche mich zum Lachen bringen würden. Und es gibt für mich nichts Attraktiveres (ohne sexuellen Unterton hier, eher im Hinblick auf persönliche Beziehungen allgemein) als ein klasse Sinn für Humor. Ich klicke am besten mit Leuten, die über dieselben Dinge lachen wie ich. :)


Ein paar schnelle Fragen:
Chaotin oder Perfektionistin?
Perfektionistin!

Langschläfer oder Frühaufsteher? Langschläferin, wenn ich darf 😉

Kaffee oder Tee?
Kaffee, hmmm …

Süß oder herzhaft? 
Herzhaft

Sommer oder Winter? 
Sommer! Bin eh immer am Frösteln, da brauche ich warme Außentemperaturen ;)

Lieblingsmusik? 
The Killers, Tori Amos, Editors, Snow Patrol, Madrugada, aber wenn ihr mich so richtig abgehen sehen wollt, legt Bollywoodmusik auf. *lach*

Lieblingsfarbe? 
Petrol, also dieses dunkle Blaugrün. Das springt mir immer sofort ins Auge.

Danke liebe Nadine, dass du mir so viele Fragen beantwortet hast!

Den ersten Band "Dämonische Verführung" könnt ihr auf meiner Facebook-Seite OstseeBuecherjunkie als ebook gewinnen.


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