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Freitag, 9. Juni 2017

Frage-Freitag: Sandra Helinski



Liebe Sandra, stelle dich doch bitte kurz vor:
Meine große Tochter würde sagen „Meine Mama kann alles“, deshalb stelle ich mich gern mit ihren Worten vor. Wäre schön, wenn das stimmen würde. Irgendwann wird sie auch noch erkennen, dass ich alles andere als perfekt bin. Ich bin Mama zweier bezaubernder Töchter, mache in ihrer Erziehung bestimmt einiges falsch (sie sind viel konsequenter darin, Dinge einzufordern, als ich bin, diese abzulehnen), versuche dies jedoch durch ganz viel Liebe zu kompensieren. Ich bin sehr gut organisiert, was sowohl mein Mann als auch mein Chef sehr zu schätzen wissen, darunter leidet jedoch oft die Spontanität und Flexibilität. Ich liebe alle Tiere, vor allem Pferde, Hunde und Katzen. Ich hätte allerdings gern viel mehr Zeit, die ich mit ihnen verbringen kann. Ich lese unheimlich gern Geschichten,  noch lieber erfinde ich sie jedoch selbst. Außerdem fällt mir gerade auf, dass ich viel zu oft das Wörtchen „ich“ benutze.




Wie bist du zum Schreiben gekommen?
Hauptsächlich lag es daran, dass mir mit sechs Jahren eine Lehrerin gezeigt hat, wie das geht ;). Ein Jahr später habe ich angefangen, in ein kleines DIN A5-Heft eine Winnetou-Geschichte zu schreiben. Dieses  Heftchen gibt es noch und wird von meinen Eltern gern herausgeholt, um ihren Gästen die Anfänge meiner Schriftstellerkarriere zu zeigen. Peinlich! Seitdem habe ich immer wieder Geschichten angefangen. Am Anfang noch handschriftlich, später auf dem PC. Keine einzige dieser Geschichten hat ein Ende, sie sind in unterschiedlichen Stadien der Entstehung einfach liegen geblieben. Das Schwierigste ist nämlich nicht, ein Buch zu schreiben, sondern die Geschichte zu Ende zu bringen. Das ist mir erst 2015 zum ersten Mal gelungen. Diesmal hatte ich mir fest vorgenommen, bis zum Wörtchen Ende vorzudringen und habe mir dafür einiges überlegt: Zum ersten Mal habe ich anderen davon erzählt, dass ich schreibe (zum Beispiel meinem Mann, der wusste bis dahin gar nichts davon). Ich habe die Geschichte kapitelweise im Internet veröffentlicht und mir so immer wieder Feedback eingeholt. Und irgendwann war es dann tatsächlich soweit, ich konnte das Wörtchen Ende tippen. Darüber war ich unheimlich stolz. Weil ich mir ja nicht sicher sein konnte, noch einmal mit einem Roman so weit zu kommen, habe ich dieses erste fertig geschriebene Manuskript gleich bei verschiedenen Verlagen eingereicht und hatte nach vielen Rückschlägen endlich Glück. Ich mache mir da keine Illusionen, es war wirklich nur Glück. Ich habe zur richtigen Zeit die richtige Person gefragt. Aber das Buch war erschienen und die Freude darüber hat mir so viel Auftrieb gegeben, dass ich weiter gemacht habe.

Wie kommen Dir die Ideen zu Deinen Büchern?
Meist schreibe ich über etwas, was mich persönlich bewegt und baue eine Geschichte drum herum. Man kann sagen, von zwanzig solcher Ideen taugt nur eine, um über einen ganzen Roman zu tragen. Für mich ist vor allem eine Frage entscheidend: Ist dieses Thema für mich so interessant, dass ich mich etwa ein Jahr damit ausführlich beschäftigen will? Es bringt mir nichts, über etwas zu schreiben, was mich selbst schon zwei Monate später langweilt. Dann schaffe ich es nicht, die Motivation auch über schwierige Phasen des Schreibens und vor allem das langwierige Überarbeiten aufrecht zu halten.

Wo und wie schreibst du am liebsten? 
Ich schreibe eigentlich immer in unserem Wohnzimmer am Esstisch. Da gibt es so einen bestimmten Platz, an dem unser Laptop steht und der nur für Gäste freigeräumt wird. Es ist meist Abends nach zwanzig Uhr, wenn die Kinder im Bett sind, mein Mann schaut Sport, einen Actionfilm oder irgendeine Doku über Krieg oder die DDR im Fernsehen und ich sitze da, mit dem Kopfhörer auf den Ohren (Sunrise Avenue in den meisten Fällen), damit mich der Fernseher nicht ablenkt. Dort schreibe ich. Ich denke mir vorher die Szenen aus, die ich schreiben will. Das passiert quasi überall. Am liebsten in der Badewanne, aber auch beim Autofahren oder im Garten oder bei irgendwelchen langweiligen Tätigkeiten.

Erzähle uns ein bisschen von deinen Büchern. 
Das ist tatsächlich eine schwierige Frage. Ich bin gerade so in meinem aktuellen Projekt verhaftet, dass es mir schwer fällt, mich daran zu erinnern, worum es in meinen vorigen Romanen eigentlich genau ging. Da war zum einen der „erste“ Roman „Groß, blond, Rockstar! Traummann?“. Es geht um eine Frau, die ein Kind von einem Rockstar bekommt, ihn nach einigen Jahren wieder trifft und ihm dieses Kind eigentlich die ganze Zeit verheimlicht, weil sie nicht sicher ist, ob er es verdient, das zu erfahren. Irgendwann hat sie sich so in ihre Lügen verstrickt, dass sie die Chance, es ihm zu sagen, verpasst und er es selbst herausfindet. Die Geschichte kommt offensichtlich gut an bei den Lesern, auch wenn ich selbst im Nachhinein betrachtet wahrscheinlich einiges anders machen würde.
Bei meinem nächsten Projekt „Rockstar Sommer“, bestehend aus vier Teilen, ist das ähnlich. Ich weiß jetzt, was ich anders machen würde. Zum Beispiel würde ich einiges kürzen und das Ganze als Einzelroman rausbringen. Damals hatte ich aber jede einzelne Szene so lieb, dass an radikale Kürzung einfach nicht zu denken war. In diesem Roman (ich bezeichne ihn als einen Roman, da alle vier Teile der Geschichte zusammenhängen) geht es um Anna, die einen alten Hof erbt und dort einen Therapiehof für Tiere eröffnen will. Stattdessen bekommt sie als erstes einen Rockstar mit seelischer Krise und einen schwierigen Hund. Zuerst ist es schwierig, die Renovierung, die Hundetherapie und den Umgang mit ihrem menschlichen Gast Eddi unter einen Hut zu bringen, aber schließlich schafft sie es, alles so miteinander zu kombinieren, dass sie Eddi mithilfe des Hundes und der Bauarbeiten aus seinem Schneckenhaus locken kann. 



Arbeitest du gerade an weiteren Projekten?
Oja, nett, dass du fragst. Tatsächlich ist mein neuester Roman bereits so weit, dass ich ihn in den nächsten Tagen an den Verlag schicken kann. Vielleicht kommt er schon im Sommer raus. Es ist wieder eine Rockstar-Geschichte, die jedoch eigenständig ist und mit den bisherigen nichts zu tun hat. Diesmal erzähle ich, was passiert, wenn man plötzlich auf seinen Exfreund angewiesen ist, den man Jahre zuvor auf peinlichste Weise abserviert hat. Kira möchte sich ihren Traum vom Medizinstudium erfüllen, braucht dafür aber dringend Geld. Die einzige Möglichkeit ist es, bei der Band ihres Exfreundes als Mädchen für alles anzufangen.

Wenn du ein Buch beginnst – kennst du das Ende dann schon oder entwickelt sich das beim Schreiben? 
Das Ende kenne ich immer. Aber da geht es jedem, der meine Protagonisten kennen gelernt hat, ähnlich. Das Happy End ist Pflicht. Ganz anders ist es mit dem Weg zum Ende. Bei meinen ersten Romanen habe ich diesen Weg erst beim Schreiben entwickelt. Da wusste ich am Anfang noch nicht, wie ich es schaffe, dass Mann und Frau zusammen kommen. Bei dem Roman, der als nächstes von mir rauskommen wird, habe ich zum ersten Mal geplottet, also mir schon am Anfang überlegt, wie der Verlauf der Geschichte sein wird. Das war zwar weniger interessant beim Schreiben, aber weitaus effektiver. 

Wie war die Reaktion deiner Freunde und Bekannten, als sie gehört haben, dass du Bücher schreibst und veröffentlichst?
Die meisten waren freudig erstaunt und stolz (zum Glück). Es fällt mir immer noch nicht leicht, jemandem zu sagen, dass ich in meiner Freizeit Liebesromane schreibe. Warum das so ist, weiß ich nicht. Jedenfalls ist es eher so, dass die meisten es von jemand anderem erfahren haben. Ich kann auf jeden Fall sagen, dass die Schreiberei als Hobby von mir erst anerkannt worden ist, als ich das erste Buch bei meinem Verlag unterbringen konnte. Da war es plötzlich auch egal, dass es "nur" Liebesromane sind (und keine literarischen Meisterwerke à la Tolstoi).

Hast du diesbezüglich schon mal negative Rückmeldungen bekommen?
Bisher habe ich noch keine direkten negativen Rückmeldungen bekommen. Es gibt einige, die einfach das Thema "Bücher schreiben" auslassen und ich weiß, dass manche in meiner Familie, wenn das Gespräch auf meinen Autoren-Nebenjob kommt, großmütig lächelnd den Kopf schütteln und sagen "Mit solchen Büchern kann ich nichts anfangen". Ich weiß aber auch, wie stolz meine Freunde und näheren Verwandten sind, deshalb ist mir sowas herzlich egal.

Was liest du gerne und hast du ein Lieblingsbuch?
Ich lese sehr gerne Unterhaltungs-Liebesromane, am liebsten von Kerstin Gier („Auf der anderen Seite ist das Gras viel grüner“, etc.), aber auch Fantasy (mit Elfen, Vampiren oder Werwölfen) und Frauen-History (Iny Lorentz). Ich bin ein Fan von Herr der Ringe und Harry Potter, mochte aber auch die Twilight-Reihe. Außerdem lese ich unheimlich gerne Jugendbücher mit Pferden. Diese Leidenschaft teile ich zum Glück mit meiner großen Tochter, der ich jeden Abend ein Kapitel vorlese. Mein Traum ist es, einmal auch solch ein Buch zu schreiben. Die Story steht sogar schon. 
Mein Lieblingsbuch ist ebenfalls ein Jugendbuch, das mochte ich schon mit 15: Mel von Liz Berry.

Welche Figur aus einem Buch würdest du gerne mal treffen?
Keine, ich finde, die Figuren sollen mal schön in ihren Büchern bleiben. Sowas wie in Tintenherz wäre echt mein Albtraum.

Noch ein paar schnelle Fragen:
Chaotin oder Perfektionistin?  
Eher Perfektionistin
Langschläfer oder Frühaufsteher? 
Langschläfer, wenn ich kann. Meistens kann ich nicht.
Kaffee oder Tee? 
Auf jeden Fall Tee
Süß oder herzhaft? 
Herzhaft, aber ich liebe Schokolade
Sommer oder Winter? 
Frühling 😉
Lieblingsmusik
Gitarrenrock
Lieblingsfarbe
Pink

Habt ihr Lust bekommen, die Bücher zu lesen? Der DP DIGITAL PUBLISHERS Verlag stellt drei "Rockstar Sommer" Bundles als ebooks zur Verfügung - auf meiner Facebook-Seite OstseeBuecherjunkie könnt ihr euch bewerben. 




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